Die JPN hat zum achten Mal die besten Schüler*innenzeitungen des Landes ausgezeichnet. Für den unzensiert-Wettbewerb unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) hatten rund 50 Redaktionen ihre Bewerbungen eingereicht.
Gemeinsam mit der Dr.-Norbert-Jahn-Stiftung und zahlreichen Partner*innen aus Medien, Politik und Gesellschaft überreichte die JPN Preise für die besten digitalen und gedruckten Zeitungen in den vier Schulkategorien Grundschule, Realschule, Förderschule und Gymnasien. Außerdem wurden fünf Sonderpreise verliehen, zum Beispiel für kritische Berichterstattung oder die beste Newcomer-Zeitung. Erstmals fand die Preisverleihung im Forum des Niedersächsischen Landtags statt. Rund 50 Redaktionen aus ganz Niedersachsen hatten sich für den Wettbewerb beworben, um die Jury aus Profi- und Nachwuchsjournalist*innen von ihrer Arbeit zu überzeugen.
Die Präsidentin des Niedersächsischen Landtags, Hanna Naber (SPD), begrüßte die Nachwuchsjournalist*innen: „Ihr alle habt eure eigenen Erfahrungen mitgebracht, eure eigenen Themen, euren eigenen Blick auf die Welt. Ihr habt euch Gedanken gemacht, Fragen gestellt und Dinge sichtbar gemacht. Genau das verbindet euch. Und genau das macht diesen Wettbewerb so besonders.“ Außerdem verdeutlichte Naber, wie bedeutend die Arbeit der jungen Medienmachenden für die Gesellschaft ist: „Demokratie lebt davon, dass Menschen Fragen stellen, dass sie genau hinschauen, dass sie sich einmischen, dass sie auch mal unbequem sind. Das ist gerade heute wichtiger denn je. Denn wir erleben alle, wie schnell sich etwas verbreitet, wie schnell Aufregung entsteht, und wie Vieles einfach gelikt, geteilt und weitergeleitet wird – ohne, dass noch mal jemand genauer hinschaut. Genau deshalb macht es einen Unterschied, ob jemand einfach etwas behauptet oder ob jemand – so wie ihr – sauber arbeitet, nachfragt, prüft, und Verantwortung für das übernimmt, was am Ende veröffentlicht wird. Je länger ich mich hier in dieser Runde umschaue, desto klarer wird mir: Die eigentlichen Gewinner dieses Tages seid nicht nur ihr, sondern sind am Ende wir alle und unsere Demokratie. Denn sie lebt davon, dass junge Menschen wie ihr sich einmischen, genau hinschauen, nachfragen und ihre Stimme erheben. Genau das tut ihr. Und das ist nicht nur gut für eure Schulen und eure Redaktionen, das tut uns allen gut.“ Naber erinnerte sich auch an ihre eigene Zeit als Redakteurin einer Schüler*innenzeitung vor etwa 40 Jahren.
Ministerpräsident Olaf Lies (SPD), Schirmherr des unzensiert-Wettbewerbs, lobte vor Ort die wichtige journalistische Arbeit der Schüler*innen: „Den Beitrag, den ihr leistet, kann man nicht hoch genug schätzen. Wenn wir wollen, dass unsere Demokratie funktioniert und stabil bleibt, dann müssen wir kritisch und offen miteinander diskutieren. Dann brauchen wir Medien, die auf Basis von kritischer Recherche arbeiten und dafür sorgen, dass Menschen sich frei und unabhängig informieren können.“ Lies zeigte sich begeistert von der Themenvielfalt der ausgezeichneten Beiträge. Er hob außerdem hervor, wie wichtig es sei, dass alle Schulformen eine Auszeichnung erhielten: „Ich finde das großartig, dass dieser Preis an alle geht – von der Grundschule bis zur Förderschule. Wir grenzen niemanden aus.“ Nach seiner Rede überreichte er Preise an die drei besten Förderschulredaktionen.
Niedersachsens Ministerin für Europa und Regionale Landesentwicklung, Melanie Walter (SPD), verlieh den Sonderpreis „Europa. Deine Stimme. Deine Idee“. Sie sagte: „Europa ist keine ferne Institution, sondern Teil unseres Alltags – und doch ranken sich vor allem im digitalen Raum zahlreiche Mythen um Europa. In einer von Desinformation und Polarisierung geprägten Zeit ist junger Journalismus daher besonders wichtig: Schülerzeitungen bieten frische Ideen und neue Perspektiven, setzen Recherche gegen Meinung und Fakten gegen Gefühl. Mit klaren Worten zeigt die Preisträgerin Amelie Röhl, dass Europa vor allem auch eine Haltung ist: für Freiheit, Gerechtigkeit und Menschenwürde. Wer hinschaut, nachfragt und sich informiert, stärkt Demokratie und Zusammenhalt. Europa entsteht durch Menschen, die es leben – jeden Tag engagiert und unzensiert.“
Weitere Laudationes sprachen unter anderem der Kommissarische Leiter der Landeszentrale für politische Bildung, Mikis Rieb, die Landesgeschäftsführerin des Deutschen Journalisten-Verbandes, Christiane Eickmann, und Prof. Lars Bauernschmitt, Sprecher des Studiengangs Visual Journalism and Documentary Photography an der Hochschule Hannover.
Vor der Preisverleihung vernetzten sich die jungen Medienschaffenden miteinander und sahen sich an einem großen Wühltisch andere Schüler*innenzeitungen an. Auf einer Kritzelwand hinterließen sie Ideen, Zeichnungen und Botschaften zur Redaktionsarbeit. Am Infotisch der JPN informierten sie sich über die Seminare und weiteren Angebote des Jugendmedienverbands. Das Moderationsteam aus den Studentinnen und ehemaligen JPN-Vorstandsmitgliedern Katharina Gläser und Pauline Wenger entlockte den Redaktionen und Juror*innen viele unterhaltsame Fakten über ihre Arbeit. Vereinzelt waren Freudenschreie von den Schüler*innen zu hören. Auch Freudentränen flossen bei einigen Preisträger*innen.
Die Dr.-Norbert-Jahn-Stiftung hat für alle Kategorien Preisgelder in Höhe von insgesamt 3.500 Euro vergeben (Platz 1 je 350 Euro, Platz 2 je 275 Euro, Platz 3 je 200 Euro, außerdem 200 Euro für den Sonderpreis „Newcomer“). Außerdem erhielten die Redaktionen zahlreiche Sachpreise wie eine Reise nach Brüssel sowie Redaktionsbesuche und Gespräche mit professionellen Medienschaffenden – zum Beispiel ein Interview mit dem SWR-Format „Fühlen wir“.
Partner*innen des unzensiert-Wettbewerbs sind die Niedersächsische Staatskanzlei und das Niedersächsische Kultusministerium, der Deutsche Journalisten-Verband (Landesverband Niedersachsen), die Niedersächsische Landeszentrale für politische Bildung, die Hochschule Hannover, der Norddeutsche Rundfunk (NDR), die großen niedersächsischen Verlage Heise, NOZ Medien und die Nordwest Mediengruppe sowie die Hannoversche Allgemeine Zeitung (HAZ).
Die nächste Runde des Wettbewerbs startet im August zu Beginn des neuen Schuljahres. Interessierte Schüler*innenmedien können sich dann bis zum Jahresende auf der Website unzensiert-wettbewerb.de anmelden.
Gewinner-Redaktionen in den Schulkategorien
Grundschulen
- Schulflieger (Grundschule im Roten Felde, Lüneburg)
- Lese-Löwen-Alarm (Grundschule Ronnenberg)
- Bramstedter Brummer (Grundschule Bramstedt, Bassum)
Realschulen
- LOU – Lise Online Unterwegs (Lise-Meitner-Schule, Stuhr)
- Galanter Ganter (Oberschule Ganderkesee)
- Aber Hallo! (OBS 1 Nordenham)
Gymnasien
- Die Giraffe (Gymnasium am Wall, Verden/Aller)
- Ellipse (Johannes-Kepler-Gymnasium, Garbsen)
- INSIDER (IGS Gifhorn)
Förderschulen
- Karli Kolumna (Schule an der Karlstraße, Delmenhorst)
- Newshunter (Wilhelm-Busch-Schule, Bramsche)
- FösBook (Schule an der Lessingstraße, Wittmund)
Sonderpreise
Sonderpreis „Newcomer“ (Junge Presse Niedersachsen)
News Express, Walsrode
Sonderpreis „Demokratie stärken“ (Landeszentrale für politische Bildung)
Klaro! spezial: Die Sache mit dem Regenbogen, IGS Wedemark
Sonderpreis „Kritische Berichterstattung“ (Deutscher Journalisten-Verband, Landesverband Niedersachsen)
Noah Baumann, „Das Gaw im Fokus von Rechtsextremisten“ in der Giraffe, Gymnasium am Wall, Verden/Aller
Sonderpreis „Europa. Deine Stimme. Deine Idee“ (Niedersächsische Staatskanzlei)
Amelie Röhl, „Europa. Deine Stimme. Deine Idee“ in der LOU, Lise-Meitner-Schule, Stuhr
Sonderpreis „Bestes Foto – Beste Bildstrecke – Bester Filmbeitrag“ (Hochschule Hannover, Studiengang Visual Journalism and Documentary Photography)
Erik Quitmeyer, Nackenschlag in der Halbzeit, erschienen in: Die HvF Allgemeine, Hoffmann-von-Fallersleben Schule, Braunschweig
Fotos: Leander von Meding

